Mit der vorliegenden Arbeit über alpine Gipfelbücher und ihre Eintragungen untersucht Wolfgang Kunz nach seiner Publikation „Gipfelkreuze in Tirol. Eine Kulturgeschichte mit Gegenwartsbezug“ nun das Phänomen des Hinterlassens von Spuren und Zeichen menschlicher Anwesenheit an besonderen Orten, im Speziellen auf den Gipfeln der Berge. Forschungsarbeiten sowohl im Hochgebirge als auch in Archiven ermöglichten es Kunz, Daseinsbeweise von AlpinistInnen zu sammeln. Die Bücher von drei sich signifikant voneinander unterscheidenden Tiroler Gipfeln werden in dieser Arbeit besonders herausgehoben und analysiert. Ergänzend dazu sichtete er die Gipfelbücher einsamer, entlegener Berge und die Bücher von bekannten Gipfeln, wie etwa des Großglockners, der Zugspitze oder des Zuckerhütls. Im Zentrum des Forschungsinteresses standen sowohl die Eintragungen der AlpinistInnen als auch die Gipfelbücher selbst. Welche Informationen und Botschaften werden hinterlassen? Wie können wir diese Einträge verstehen und welche Bedeutung haben dann die Gipfelbücher für die AlpinistInnen?

Kunz präsentiert mit seinem Buch eine Arbeit, die den interessierten Leser auf eine Zeitreise von der Epoche der Selbstfindung der Individuen in der Renaissance bis hin zur gegenwärtigen Unruhe in einer sich beschleunigenden Welt mitnimmt.

Dieses Buch empfiehlt sich insbesondere für Leser, die sich genauso für alpinhistorische wie auch für sozioökonomische und soziokulturelle Fragestellungen im Spanungsfeld zwischen Freizeit und Erwerbsalltag interessieren.